manchmal sind es die kleinen Dinge, die zu Herzen gehen

20. September 2019 0 Von BdGews9q

Ein Mann stirbt mit 60 Jahren. Das tragische daran: seine Mutter war in den letzten Jahren komplett auf ihn angewiesen. Denn es gibt keine weiteren Angehörigen und die Mutter ist blind. Durch seine tägliche tatkräftige Unterstützung konnten sie bisher das Thema Pflegeheim vermeiden. Sie war mit allem auf den Sohn angewiesen – und er half gerne, so gut er konnte. In der ersten Not sprangen die Arbeitskollegen des Mannes ein. Sie begleiteten die Dame zum Bestatter, bei allen Ämtergängen und natürlich auch bei der Vorbereitung auf die Trauerfeier. Es fiel mir sehr schwer, eine Ansprache zu halten. Der tiefste Moment der Trauerfeier kam ganz am Ende. Ganz spontan. Beim Vaterunser und dem Segen hielt der Friedhofsmitarbeiter der Mutter die Urne hin. So konnte sie die Hände auf die Urne legen. Ihr Gesicht spiegelte die Gefühle wieder: abgrundtiefe Trauer, Ratlosigkeit bezüglich der Zukunft, aber auch mütterlicher Stolz und ganz tiefe Liebe.

Manchmal sind es eben doch die kleinen Gesten, die alles ausmachen. Und ich bin froh um Friedhofsmitarbeiter, die ein feines Gespür für das Richtige haben und es einfach tun. Unabgesprochen, “aus dem Bauch heraus”.